A A A
Druckversion

Ball der Begegnung mit Musik und Tanz

Zum Abschluss  des Projektes "Dorfplatz - ein Leben mit Demenz auf dem Lande" wurde von den Initiatoren ein Abschlussball vorbereitet. Es wurden alle, die Lust auf  Begegnung mit anderen Menschen hatten, zum 25. Juni nach Hepstedt eingeladen. Im Gasthof  Blanken wurde der Saal freundlich vorbereitet und die Tische waren liebevoll zum Kaffee geschmückt . Ein Vorbereitungsteam hatte sich zweimal vorher getroffen um ein Fest der Begegnung mit einem buntem Programm vorzubereiten.

Aus den Orten der Samtgemeinde Tarmstedt, Zeven und Selsingen kamen 60 junge, alte, Menschen mit und ohne Demenz, mit und ohne Behinderung zusammen. Die Gäste wurden mit Musik begrüßt bis alle eingetroffen waren. Mitarbeiter der Diakoniestation waren unterwegs um noch einige Gäste abzuholen. Sie wurden dann von Michael Ganß, Henry Michaelis und Ernst-August Seeger als stellvertretender Samtgemeindebürgermeister begrüßt.

Marga Klee lehnt sich in ihrem Rollstuhl zurück. Eben hat sie noch lautstark mitgesungen. Die Zwei-Mann Band Immoor aus Grasberg hat Lieder zum Schunkeln und Mitsingen gespielt. Frau Klee gefällt der Nachmittag. Der Autor Hermann Klee hat Geschichten und Anekdoten vorgetragen, der Chor Froh-Gestimmt aus Ostertimke hat Volkslieder zum Besten gegeben, und gleich wird noch die Breddorfer Kindertanzgruppe in Trachten auftreten. Die Siebzigjährige genießt es hier unter den vielen Menschen, die an langen Tischen Platz genommen haben.

Es wird getanzt, andere unterhalten sich angeregt - auf platt natürlich. Marga Klee hat eben noch lautstark mitgesungen und ist mittlerweile mit Marianne Grabau ins Gespräch vertieft, man kennt sich von früher.

Auch Frau Grabau ist von dem Nachmittag angetan, sie kennt viele Gesichter und freut sich über die gute Stimmung im Saal. Sie selbst hat an einigen Vorträgen zum Thema Demenz teilgenommen und durch das Projekt erst richtig die Krankheit einschätzen gelernt. Eine Zeitlang hatte sie ihre an Demenz erkrankte Schwiegermutter gepflegt. "Oft habe ich damals ihre Aussagen und ihr Verhalten als Angriff gegen mich gesehen", räumt sie ein. Jetzt - nachdem sie unterschiedliche Vorträge und Tipps im Umgang mit Demenzkranken gehört hat -, sieht sie das anders: "Ich hätte mir gewünscht, dass es so etwas schon früher gegeben hätte."

Das Projekt "Dorfplatz - Leben mit Demenz auf dem Lande" war von Michael Ganß, Gerontologe und Kunsttherapeut, dem Leiter der Diakoniestation der Kirche, Henry Michalis zusammen mit der Gemeinde Tarmstedt für zwei Jahre angelegt und findet im Ball der Begegnungen jetzt seinen Abschluss.

Doch das Thema Demenz soll nicht aus den Köpfen der Landbevölkerung verschwinden, darin sind sich Michaelis und Ganß einig. "Irgendwie wird es weitergehen, ich könnte mir einen Gesprächskreis für pflegende Angehörige vorstellen", meint Michaelis nachdenklich. Doch jetzt will er den gelungen Nachmittag mit den 50 anwesenden Gästen genießen.
 

Seite empfehlen

Füllen Sie die Felder aus, und klicken Sie auf Senden, um diese Seite weiterzuempfehlen!

Code